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Jupiter – Neptun und die Verschwörungstheorien  

Die schwierige Suche nach der „Wahrheit“


Verschwörungstheorien sind keine Erfindung der Neuzeit, es gab sie schon im alten Rom. In der Corona-Krise und seit Anfang 2020 haben sie Hochkonjunktur.

Seit Anfang Dezember 2019 tummelt sich Jupiter im Steinbock, wo „seine“ Werte zum Maßstab aller Dinge werden und Pflichtbewusstsein, Recht und Ordnung neu definiert werden müssen. Bereits Mitte Januar traf er auf Neptun (Sextil) und beide bleiben bis Jahresende 2020 in Verbindung.

Jupiter und Neptun haben vieles gemeinsam, ganz besonders aber der Sinn fürs Grenzenlose.

Wo Jupiter im Horoskop steht, werden wir mit unserem Bedürfnis konfrontiert, das Leben als bedeutungsvoll und gütig zu erfahren. Nicht umsonst bezeichneten die „Alten“ Jupiter als das große Glück. Es ist der Glaube daran, dass etwas oder jemand schützend die Hand über uns hält, so dass wir selbst aus Schmerz und Unglück Nutzen ziehen können, indem wir daran wachsen und lernen. Der Glaube an das Göttliche ist Jupiter immanent, sein Wirken auf das Große gerichtet. Dabei ist es Jupiter egal, worin wir Großes erkennen. Er expandiert, entwickelt weiter, vermehrt und vergrößert woran wir glauben und konfrontiert uns dann mit dem Ergebnis. Unser Konsumverhalten im Kapitalismus, sein scheinbar grenzenloses Wachstum und die überbordende Verschwendung in der westlichen Welt können ebenso jupiterhaft sein, wie ein starker innerer Glaube und Vertrauen an sich selbst und in das Leben.

Auch Neptun hat mit Glaube und dem Göttlichen zu tun, jedoch mehr im Sinne von Sehnsucht nach Erlösung. Er steht symbolisch für das Nicht-Sichtbare in der Welt, für Träume, für Emotionen, für alles Unbewusste, Erahnendes und Illusionäres, für das Beglückende, ohne das wir nicht leben können, wie Musik, Liebe, Berührt-sein. Er führt uns auf die Suche nach dem Göttlichen und suggeriert uns eine höhere Bestimmung, die aus der Beschwerlichkeit des Erdenlebens direkt ins Paradies führt. Neptuns Geschenk und Fluch an uns sind die „kosmischen Antennen“ (Banzhaf/Häbler) die uns verborgene Zusammenhänge ebenso erahnen lassen wie zukünftige Strömungen und Entwicklungen. Wer sich von diesen starken inneren Kräften in die falsche Richtung ziehen lässt, braucht gute Erdung und Stabilität und Jupiters Vertrauen in sich selbst um den gefährlichen kollektiven Fluten zu entkommen.

Dort, wo die eigene persönliche Verantwortung und Entscheidungsfreiheit nicht genutzt werden , wo die Auseinandersetzung und Akzeptanz mit der Realität verweigert wird, wo sich das Unbewusste verweigert und wir das Schöne in Kunst und Musik nicht als Gottesgeschenk betrachten, die Vielfalt und Schönheit der Natur nicht als Wunder erleben, haben die neptunischen Fluten offenbar jegliche Fähigkeit davongeschwemmt, sich eigener Beweggründe bewusst zu werden.

 Jupiter und Neptun können gemeinsam Großes bewirken, indem sie uns die Sinne öffnen für alles Wesentliche. Ihre Energie macht aber auch durchlässig und aufnahmebereit für Botschaften, Heilsversprechen und leider auch wirren Theorien, wie sie derzeit allgegenwärtig sind.  

Wo Neptun waltet, verlieren wir leicht die Klarheit aus dem Blick, denn als Gott der Meere gewährt er uns einen Blick hinter scheinbare Fakten und verunsichert dadurch. Vielen Menschen aber fällt es schwer, diese Unsicherheit zu ertragen. Die Sehnsucht nach Klarheit weckt den Hass auf alles Ambivalente und Uneindeutige. Ihnen ist jede Theorie willkommen, die scheinbar Klarheit schafft. So hat man das Gefühl der eigenen Kontrolle zurück und wähnt sich auf der sicheren Seite.

Mythologisch sind Jupiter (Zeus) und Neptun (Poseidon) Götter-Brüder die sich die Herrschaft über die Welt und über die Meere teilten. Beide von friedlicher Natur können gewaltigen Schaden anrichten, wenn ihre Macht und Zuständigkeit in Frage gestellt wird. Sich ohnmächtig fühlen kann Neuorientierung und eine Überprüfung alter Muster bewerkstelligen. Bei einigen Menschen ruft sie blankes Entsetzen hervor. Das Gefühl der eigenen Machtlosigkeit schafft dann ein düsteres Weltbild, indem ich mich von Feinden umstellt fühle. So suche ich nach Verbündeten gleich welcher Art und fühle mich in einem Zustand mangelhafter gesellschaftlicher Integration. Von hier aus ist es nur ein kleiner Schritt um sich auf die Suche nach einem Schuldigen zu machen. Wer ist verantwortlich für all das? Wer hat es verursacht? Im Mittelalter zu Zeiten der Pest waren die Schuldigen die Juden, die die Brunnen vergiftet haben. Auch in unserer aufgeklärten Zeit werden antisemitische Verschwörungstheorien immer lauter. Böse Mächte haben das Virus in die Welt gebracht, eine konspirative Elite überwacht und kontrolliert die Welt, schafft die Demokratie ab und pflanzt uns allen Chips unter die Haut zur totalen Kontrolle. Die globale Vernetzung sorgt dafür, dass sich solche „Gerüchte“ innerhalb kürzester Zeit verbreiten.

Was können wir tun?

Bleiben wir gelassen und schließen uns den positiven Energien von Jupiter und Neptun an. Lassen wir uns verunsichern um festgefahrenes zu überprüfen. Freuen wir uns auf den Blick in die Tiefe und Weite und bleiben dabei achtsam und geerdet, damit wir das Heute nicht aus den Augen verlieren. Stärken wir das Vertrauen auf das Göttliche in uns und damit in uns selbst, sind wir nicht ausgeliefert an andere, die dies für uns übernehmen wollen. Und vor allem tanken wir Kraft, dort wo sie sich uns anbietet: in der Musik, in der Natur und in der Freude menschlichen Miteinanders.

Wir finden die Wahrheit niemals im äußeren, sondern immer nur in uns selbst.



Pluto-Saturn und die Corona-Pandemie

 Am 12. Januar 2020 trafen sich Jupiter, Saturn und Pluto im Steinbock - ein historisches Treffen.  

Mit Pluto und Saturn begegnen sich machtvolle Energien, die nie unbemerkt bleiben. Seit Januar 2020 ist es wieder soweit. Nach 38 Jahren findet derzeit ein neues Rendezvous der beiden Langsamläufer statt. Als dritter Planet nimmt in diesem Jahr auch Jupiter an dem Treffen teil und sorgt dafür, dass das, was unter der Regie von Pluto und Saturn entstanden ist, ja auch von allen bemerkt wird.

Saturns Energie setzt uns Grenzen und weißt uns in die Schranken. Überall dort, wo ein Zuviel des Guten negative Folgen zeigt, werden wir von ihm unsanft zur Ordnung gerufen. Dabei geht es nie um Zerstörung, sondern um Bewahrung dessen, was sich als tragend erwiesen hat.  

Plutos Energie erzeugt Wandlungsprozesse und lehrt uns den Umgang mit der Macht, indem er uns unsere Ohnmacht zeigt – schonungslos, damit wir erkennen, womit wir uns selbst schaden und unsere Hybris begreifen. Leben und Tod bedingen und ergänzen sich, das eine ist ohne das andere nicht möglich. Immer wenn die Menschheit dies vergisst, hat Pluto die Kraft, uns eine Lektion zu erteilen.

Zusammen lehren sie uns Demut vor der Schöpfung und fordern dazu auf, die eigenen Lebensstrukturen zu hinterfragen, damit Wandlung und Erneuerung stattfinden kann. Manchmal braucht es dazu radikale Zusammenbrüche.  

Im Steinbock fand die Konjunktion zuletzt 1518 statt. Damals hat Luther seine Thesen an die Kirchentür genagelt und die Welt war gezwungen, sich neu aufzustellen. Jetzt also das Virus, ein Geschöpf ohne Bewusstsein, dem gelingt, was kein Mensch geschafft hätte. Es zwingt uns über die Grenzen des Wachstums nachzudenken, die Schnelllebigkeit auszubremsen und uns bewusst zu machen, wie fragil unser Wirtschaftssystem ist. Es lässt Börsenkurse fallen, macht dem Massentourismus ein Ende, legt Fabriken und Produktionsstätte lahm – und die Natur kann sich erholen. Viele von uns werden vor den Trümmern dessen stehen, was sie sich aufgebaut haben. Viele werden Verluste beklagen, die nicht ersetzbar sind. Die Welt wird einmal durchgeschüttelt und muss sich neu positionieren.  

Damals wie heute wurde und wird die kirchliche Autorität infrage gestellt, in einem bis dahin nicht gekannten Ausmaß. Solange auf staatlicher, wirtschaftlicher und kirchlicher Seite Entscheidungen ausschließlich im Interesse des eigenen Machterhalts getroffen werden, wird Ohnmacht erzeugt statt Verantwortung gelebt.  

Um Verantwortung zu übernehmen, braucht es ein waches Bewusstsein darüber, wo und auf welche Weise wir Macht leben und welche Werte, welche Ethik uns dabei steuern. Möglicherweise ist das die Botschaft, die diese Pluto-Saturn-Konjunktion uns lehren will.

 





Im Meridian 5/19 erschien mein Artikel über

Die Triplizitat


eine klassische Deutungsmethode, die zu Unrecht etwas aus der Mode gekommen ist, denn sie trägt bei der Horoskopanalyse wesentlich zu einem  vertieften Verstehen astrologischer Zusammenhänge bei und   bietet  eine Vielzahl neuer Aha-Erlebnisse. Wie man Triplizität sinnvoll in der Radixdeutung sowie in der Stundenastrologie anwenden kann, zeige ich in diesem Artikel anhand einiger Beispiele.


https://meridian-magazin.de/195/

https://sternwerkstatt.de/artikel/195-52/





Ein Stundenhoroskop im August

Sammlung des Lichts

nennt sich eine stundenastrologische Regel, nach der ein langsam laufender Planet nacheinander von zwei schnell laufenden Planeten aspektiert wird, wodurch die beiden eine Verbindung, ähnlich einem Aspekt, erfahren.  

Die Sprache der Alten war bildhafter als unsere heutige und bringt anschaulich das Geschehen auf den Punkt: Der langsame Planet sammelt das Licht der beiden schnelleren Planeten und bringt so zusammen, was zusammen gehört.

Ein anschauliches Beispiel dazu fand ich in einer Frage, bei der es um einen verlorenen Schlüssel ging. Die Fragestellerin hatte ihren ganzen Schlüsselbund verloren, samt Wohnungs- und Büroschlüssel. Er war ihr vermutlich aus dem Rucksack gefallen, während sie mit dem Fahrrad unterwegs war. 

Deshalb die Frage:

"Bekomme ich meine Schlüssel wieder?"  27.08.2019 um 10:16 MEZ/S in Horben (L 007°52'O/B 47°56'N)



Bei einem Suchhoroskop müssen, soll das Vermisste zurückkommen, die Signifikatoren der Fragesteller und des gesuchten Gegenstandes eine Verbindung eingehen, meist durch Aspekte.

Im obigen Horoskop symbolisiert Venus die Fragestellerin (FS), sie steht in der Jungfrau und im 11. Hau,. ihr Nebensignifikator ist Mond.

Der Schlüssel ist ihr persönlicher Besitz, symbolisch von Mars vertreten, ebenfalls in der Jungfrau und im 11. Haus.  

Venus ist der schnellere Planet und gerade an Mars vorbei gezogen. Hier spiegelt sich die Frage wieder: die FS Venus zieht weiter und lässt ihren Schlüssel, Mars, zurück. Es bedeutet jedoch auch, dass es keinen Aspekt mehr geben kann zwischen den beiden. Auch der Mond macht keinen Aspekt mehr, er ist schon auf 20° im Krebs und im Leerlauf, d.h. er bildet keine Aspekte mehr, bevor er das Zeichen verlässt.

Sind die Schlüssel also für immer weg?

Wir betrachten Stundenhoroskope dynamisch, d.h. wir schauen was bisher an Bewegung im Horoskop stattgefunden hat und was künftig bewegt wird. Venus hatte zuletzt ein Trigon zu Uranus und Mars wird als nächster Planet ein Trigon zu Uranus machen. Uranus sammelt also das Licht von Venus und Mars und bringt so beide wieder zusammen. Seine Stellung im 7. Haus zeigt dass ihn jemand finden und an entsprechender Stelle abgeben wird.

So war es auch. Schon 1 Tag später teilte mir die FS mit, dass ihr Schlüsselbund gefunden wurde und Dank einer Verlustmarke am Schlüsselbund der Besitzerin zurück gegen werden konnte. 


 



Der 14. Juni 2019 beschert uns eine Energie-Krise der besonderen Art. Mars, im Horoskop symbolisch für Selbstbehauptung, Durchsetzung und Aktivität, bewegt sich seit Mitte Mai durch das Tierkreiszeichen Krebs - und damit mitten rein in die Energiekrise. Der Kampf um die Ressourcen wird emotionaler, die Ohnmachtsgefühle im eigenen Erleben größer. Einen Höhepunkt dieser Energie-Krise ist mit dem morgigen Freitag erreicht, wenn Mars in eine gradgenaue Opposition zu Saturn läuft und gleichzeitig, ebenfalls gradgenau, Trigone bildet zu Mond und Neptun in Fische und Skorpion. Sehr viel Phlegma also, das den an sich feurigen Mars beeinflusst, der sich mehr bei Hitze und Trockenheit so richtig in seinem Element fühlt. Diese Marsenergie fühlt sich mehr stockend an, ausgebremst, von Launen bestimmt. Gehen wir jedoch konform mit ihr, schenkt sie uns Langsamkeit, Entschlüsse reifen zu lassen, Hindernisse, an denen wir wachsen können, ein Gefühl der Verantwortung für unser Tun und die Erkenntnis, dass alles Handeln Konsequenzen mit sich bringt.

Es ist jetzt nicht die Zeit, Dinge übers Knie zu brechen, jetzt brauchen wir Geduld und Ausdauer um ans Ziel zu kommen. Und weil es nicht eilt, können wir uns derweil die Zeit mit träumen, musizieren, Meditation und Yoga verbringen, darauf vertrauen aus dem Bauch heraus die richtigen Entscheidungen zu treffen und erfahren, dass ein Gefühlsimpuls uns oft spontan zum richtigen Zeitpunkt an den richtigen Ort bringt.



Mai 2019

Seit unserem Osterausflug nach London vermisse ich meine Ersatzbrille. Dies ist deshalb tragisch, weil ich ohne Brille quasi blind bin, aus Sicherheitsgründen immer eine Zweitbrille dabei habe und diese vermisste Brille besonders teuer war.

Was liegt näher als das Stundenhoroskop zu befragen?

Ich stellte die Frage, nachdem ich zuvor vergeblich gesucht hatte, am 23.05.19 um 14:33 MESZ in Horben:

Wo ist meine Brille?


Fragesteller: wie immer der Planet aus dem 1. Haus (Aszendent), hier also Merkur. Im 9. Haus spiegelt er die Frage wider. Ich war auf Reisen.

Brille, als beweglicher Besitz der Planet aus Haus 2. In Stier im Domizil zeigt sie Dinge an, die auf irgendeine Weise wertvoll sind.

Venus im Tierkreiszeichen Stier im 8. Haus beschreibt also das Wo!

Stier ist ein Erdzeichen, also irgendwo wo es trocken ist, in Bodennähe, real auffindbar, stofflich

Haus 8 steht für den Besitz der anderen, bezeichnet dunkle Orte, die nicht leicht zugänglich sind, geheime Orte, die nicht für die Öffentlichkeit gedacht sind, versteckte Orte, Höhlen??? Wo in meiner Wohnung könnte das sein? Die Himmelsrichtung süd-westlich bringt mich auch nicht weiter. In meiner Wohnung entspräche das meinem Arbeitszimmer. Also suchte ich unterm Regal und in der Sofaritze.

Die größte Herausforderung in der Stundenastrologie ist immer die, das Angezeigte zu übersetzen. Doch bevor ich mich an diese Übersetzungsarbeit mache, schaue ich nach ob es sich überhaupt lohnt. Kommt das Gesuchte zurück, finde ich es wieder?

Dazu brauche ich einen Aspekt zwischen Fragesteller und Gesuchtem, hier also zwischen Merkur und Venus:  Merkur und Venus stehen nur 30° voneinander entfernt was einem Halbsextil entspräche, jedoch kein klassischer Aspekt ist. Aber, die Venus geht in ein Trigon - Aspekt zum AC, was hoffen lässt, denn das AC ist immer der Fragesteller, sein Körper, sein Auftreten und sein Aussehen.

Ich habe vergeblich gesucht. Schließlich habe ich meinen Sohn gebeten, in London im Hotel anzurufen. Am gleichen Tag suchte ich in meinem Rucksack nach Belanglosem und entdeckte eine Innentasche, deren Vorhandensein ich vergessen hatte. Der Rucksack ist relativ neu, aber ich habe ihn jeden Tag dabei - die Innentasche habe ich dabei nie wahrgenommen. Plötzlich entdeckte ich sie und darin: meine Brille!

Es war heute am 30.05. um 10:15 MESZ. Der Merkur ist gerade unter den Strahlen der Sonne hervor und das Venus-Trigon zum Aszendent ist bis auf 2° genau. Und mein Rucksack hängt die ganze Zeit in meinem Arbeitszimmer.

Wobei sich wiederum bestätigt: Die Planeten zeigen an wenn wir gelernt haben sie zu lesen.