Klassische Astrologie
Beratung & Unterricht


















Über die Würden der Planeten

Jede astrologische Deutung setzt die Kenntnis der essentiellen und akzidentellen Würden der Planeten voraus. Ihre Stellung in Haus und Zeichen allein gibt keine Auskunft darüber, ob ein Planet sein Versprechen verwirklichen kann oder nicht.

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Über die Tierkreiszeichen

"Was bist du für ein Sternzeichen?" jeder kennt diese Frage. Gemeint ist eigentlich in welchem Tierkreiszeichen stand die Sonne, als du geboren wurdest.  (mehr)

Schicksal und Selbstbestimmung

Kritische Hinterfragung der Astrologie hinsichtlich Themen wie Determinismus, Schicksalszwang, Kausalität, Freiheit, sind keine Erfindung der Neuzeit, sondern wurden schon in Rom, im ersten und zweiten vor-christlichen Jahrhundert diskutiert.

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Pluto meldet sich zurück

90 Jahre ist es her, seit er durch Zufall entdeckt wurde und seither Mühe hat, sich astronomisch zu behaupten. Als man ihn entdeckte, befand er sich im Tierkreiszeichen Krebs (tropisch) und in den Zwillingen (siderisch).  (mehr)




Jupiter – Neptun und die Verschwörungstheorien  

Die schwierige Suche nach der „Wahrheit“

Verschwörungstheorien sind keine Erfindung der Neuzeit, es gab sie schon im alten Rom. In der Corona-Krise und seit Anfang 2020 haben sie Hochkonjunktur.

Seit Anfang Dezember 2019 tummelt sich Jupiter im Steinbock, wo „seine“ Werte zum Maßstab aller Dinge werden und Pflichtbewusstsein, Recht und Ordnung neu definiert werden müssen. Bereits Mitte Januar traf er auf Neptun (Sextil) und beide bleiben bis Jahresende 2020 in Verbindung.

Jupiter und Neptun haben vieles gemeinsam, ganz besonders aber der Sinn fürs Grenzenlose.

Wo Jupiter im Horoskop steht, werden wir mit unserem Bedürfnis konfrontiert, das Leben als bedeutungsvoll und gütig zu erfahren. Nicht umsonst bezeichneten die „Alten“ Jupiter als das große Glück. Es ist der Glaube daran, dass etwas oder jemand schützend die Hand über uns hält, so dass wir selbst aus Schmerz und Unglück Nutzen ziehen können, indem wir daran wachsen und lernen. Der Glaube an das Göttliche ist Jupiter immanent, sein Wirken auf das Große gerichtet. Dabei ist es Jupiter egal, worin wir Großes erkennen. Er expandiert, entwickelt weiter, vermehrt und vergrößert woran wir glauben und konfrontiert uns dann mit dem Ergebnis. Unser Konsumverhalten im Kapitalismus, sein scheinbar grenzenloses Wachstum und die überbordende Verschwendung in der westlichen Welt können ebenso jupiterhaft sein, wie ein starker innerer Glaube und Vertrauen an sich selbst und in das Leben.

Auch Neptun hat mit Glaube und dem Göttlichen zu tun, jedoch mehr im Sinne von Sehnsucht nach Erlösung. Er steht symbolisch für das Nicht-Sichtbare in der Welt, für Träume, für Emotionen, für alles Unbewusste, Erahnendes und Illusionäres, für das Beglückende, ohne das wir nicht leben können, wie Musik, Liebe, Berührt-sein. Er führt uns auf die Suche nach dem Göttlichen und suggeriert uns eine höhere Bestimmung, die aus der Beschwerlichkeit des Erdenlebens direkt ins Paradies führt. Neptuns Geschenk und Fluch an uns sind die „kosmischen Antennen“ (Banzhaf/Häbler) die uns verborgene Zusammenhänge ebenso erahnen lassen wie zukünftige Strömungen und Entwicklungen. Wer sich von diesen starken inneren Kräften in die falsche Richtung ziehen lässt, braucht gute Erdung und Stabilität und Jupiters Vertrauen in sich selbst um den gefährlichen kollektiven Fluten zu entkommen.

Dort, wo die eigene persönliche Verantwortung und Entscheidungsfreiheit nicht genutzt werden , wo die Auseinandersetzung und Akzeptanz mit der Realität verweigert wird, wo sich das Unbewusste verweigert und wir das Schöne in Kunst und Musik nicht als Gottesgeschenk betrachten, die Vielfalt und Schönheit der Natur nicht als Wunder erleben, haben die neptunischen Fluten offenbar jegliche Fähigkeit davongeschwemmt, sich eigener Beweggründe bewusst zu werden.

 Jupiter und Neptun können gemeinsam Großes bewirken, indem sie uns die Sinne öffnen für alles Wesentliche. Ihre Energie macht aber auch durchlässig und aufnahmebereit für Botschaften, Heilsversprechen und leider auch wirren Theorien, wie sie derzeit allgegenwärtig sind.  

Wo Neptun waltet, verlieren wir leicht die Klarheit aus dem Blick, denn als Gott der Meere gewährt er uns einen Blick hinter scheinbare Fakten und verunsichert dadurch. Vielen Menschen aber fällt es schwer, diese Unsicherheit zu ertragen. Die Sehnsucht nach Klarheit weckt den Hass auf alles Ambivalente und Uneindeutige. Ihnen ist jede Theorie willkommen, die scheinbar Klarheit schafft. So hat man das Gefühl der eigenen Kontrolle zurück und wähnt sich auf der sicheren Seite.

Mythologisch sind Jupiter (Zeus) und Neptun (Poseidon) Götter-Brüder die sich die Herrschaft über die Welt und über die Meere teilten. Beide von friedlicher Natur können gewaltigen Schaden anrichten, wenn ihre Macht und Zuständigkeit in Frage gestellt wird. Sich ohnmächtig fühlen kann Neuorientierung und eine Überprüfung alter Muster bewerkstelligen. Bei einigen Menschen ruft sie blankes Entsetzen hervor. Das Gefühl der eigenen Machtlosigkeit schafft dann ein düsteres Weltbild, indem ich mich von Feinden umstellt fühle. So suche ich nach Verbündeten gleich welcher Art und fühle mich in einem Zustand mangelhafter gesellschaftlicher Integration. Von hier aus ist es nur ein kleiner Schritt um sich auf die Suche nach einem Schuldigen zu machen. Wer ist verantwortlich für all das? Wer hat es verursacht? Im Mittelalter zu Zeiten der Pest waren die Schuldigen die Juden, die die Brunnen vergiftet haben. Auch in unserer aufgeklärten Zeit werden antisemitische Verschwörungstheorien immer lauter. Böse Mächte haben das Virus in die Welt gebracht, eine konspirative Elite überwacht und kontrolliert die Welt, schafft die Demokratie ab und pflanzt uns allen Chips unter die Haut zur totalen Kontrolle. Die globale Vernetzung sorgt dafür, dass sich solche „Gerüchte“ innerhalb kürzester Zeit verbreiten.

Was können wir tun?

Bleiben wir gelassen und schließen uns den positiven Energien von Jupiter und Neptun an. Lassen wir uns verunsichern um festgefahrenes zu überprüfen. Freuen wir uns auf den Blick in die Tiefe und Weite und bleiben dabei achtsam und geerdet, damit wir das Heute nicht aus den Augen verlieren. Stärken wir das Vertrauen auf das Göttliche in uns und damit in uns selbst, sind wir nicht ausgeliefert an andere, die dies für uns übernehmen wollen. Und vor allem tanken wir Kraft, dort wo sie sich uns anbietet: in der Musik, in der Natur und in der Freude menschlichen Miteinanders.

Wir finden die Wahrheit niemals im äußeren, sondern immer nur in uns selbst.