Klassische Astrologie
Beratung & Unterricht


         Wassermann - Zeit

… abzuschaffen die Knechtschaft des Menschen durch den Menschen!
das ist unsere Einladung.
 
Leben! Einzeln und frei wie ein Baum
und brüderlich wie ein Wald,

das ist unsere Sehnsucht!

          Nazim Hikmet: Davet - Die Einladung

Treffender kann man Wassermann-Energie nicht beschreiben!                                                                          

 Seit den 60er-Jahren spricht alle Welt vom Wassermann-Zeitalter und hofft auf eine neue Weltordnung ohne Kriege, in der jeder jeden liebt und ein neues Utopia sichtbar werden wird.

Die Erdachse vollführt in einem Zeitraum von etwa         26 000 Jahren eine Rotation, während der der Punkt des Frühlingsanfangs durch den gesamten Tierkreis wandert. Etwa 2000 Jahre lang war dieser Frühlingspunkt im Sternbild Fische und ist derzeit im Übergang zum Sternbild Wassermann. Deshalb sprechen wir vom Wassermann-Zeitalter.

Wasserman ist ein fixes Luft-Zeichen und gleichzeitig Symbol für Erneuerung, Umbruch und Revolution. Wie passt das zusammen? Der fixen Luft entspricht das Kohlendioxyd, das in großen Mengen bei Vulkanausbrüchen (Uranus) frei gesetzt wird und an vielen Orten aus Rissen und Spalten dem Erdboden entströmt. Wassermann folgt dem Tierkreiszeichen Steinbock, beide werden von Saturn regiert. Im Wassermann löst sich, was im Steinbock  gebunden war, die Erde gibt ihre Energie frei und stellt sie als notwendige Basis für das Leben zur Verfügung. In luftiger, also geistiger Weise, muss nun weiter bearbeitet werden, was sich als Aufgabe für die Zukunft stellt. Was unter Steinbock begonnen wurde, kann hier nun ganz zum Thema werden. Nun geht es um einen Überblick über die Lage, um Zusammenschau der verschiedenen Möglichkeiten und um Weitergabe der gewonnenen Erkenntnisse. Die zeigt sich auch im Symbol des Sternbild Wassermann: Ein Mensch mit einem irdenen Gefäß in der Hand, das er schräg hält und aus dem Wasser fließt als Symbol der Fülle von Erfahrungen, Einsichten und Erkenntnisse die nun ausgeschüttet und weitergegeben werden, damit sich neues daraus entwickeln kann.




 



Menschen mit einer Betonung der Wassermann-Energie im Horoskop gehören zu den kritischen Zeitgenossen, die gerne hinterfragen und ihre eigen Weltordnung zum Allgemeingut erheben möchten. Die Welt will neu gedacht werden unter diesem Zeichen. Die Welt der Ideen und Gedanken ist grenzenlos, und dieses Gefühl der Grenzenlosigkeit, der Freiheit und der unendlichen Möglichkeiten, sind dem Wassermann inhärent. Er weiß dass es ohne Ideale keinerlei Fortschritt geben kann, aber das Verankern von Idealen braucht Zeit, Flexibilität und Feingefühl – und auf diesen Gebieten sind Wassermann-Geborene nicht gerade überbegabt. Obwohl ein Luftzeichen, fehlt ihnen oft die Fähigkeit, umzudenken und eine andere Perspektive einzunehmen. So haben wir es hier mit den Freidenkern, den Querdenker, den Rebellen, Revolutionären, Außenseiter und Individualisten zu tun. Sie wollen ihrem Leben und ihrem Tun eine persönliche Note verleihen, anders sein als alle anderen und v.a. vom Durchschnitt abweichen. Als Teamplayer sind ihnen Hierarchien  suspekt und ein Relikt aus grauer Vorzeit. Sie glauben fest daran dass jeder ein freies und mündiges Individuum ist. Wozu braucht es jemand der die anderen kontrolliert? Sich selbst bestimmen zu können, auch auf beruflicher Ebene, ist Anliegen und Ziel. Dabei sind sie keine Eigenbrötler sondern hegen den großen Wunsch, mit genauso selbstständigen anderen Personen in einem sich gegenseitig befruchtenden Austausch zu stehen. Im Grunde träumen sie von einer Welt, in der auch die Arbeit von gegenseitigen Respekt, Liebe und Gleichheit geleitet wird.

Als typisches Luftzeichen ist dem Wassermann die Welt der Gefühle und Emotionen fremd bis peinlich. Sein Symbol ist der Wasserträger. Er trägt den Krug, um den Menschen das Wasser des Lebens zu bringen – macht sich aber nicht die Hände nass. Als glänzende Logiker kann er rational und analytisch menschliches Verhalten analysieren, Gefühle spielen dabei keine Rolle. Nicht dass Wassermann betonte Menschen keine Gefühle hätten, sie machen ihnen jedoch Angst und verursachen Unsicherheit. Was geistig erfasst werden kann ist sicher, weil es mit Vernunft angehbar ist. Er wird dem Wissen immer gegenüber dem blinden Glauben den Vorzug geben. Wassermänner und –frauen sind beste Freunde, belastungsfähige Kumpel, treue Begleiter und zuverlässige Partner, großzügig und menschenfreundlich – solange man nicht versucht sie emotional unter Druck zu setzen. Dann nämlich, sind sie weg. Sie lieben die Menschheit, nicht aber den Menschen. Sie befassen sich mit Dingen, die mehr mit der Gesamtheit, als mit dem Einzelnen zu tun hat. Sozialarbeit, Menschenrechte, Erziehung und Politik sind ihre Themen mit denen sie die Welt in Ordnung bringen wollen. Ihr Sinn für Gerechtigkeit und Anstand lässt sie immer Partei ergreifen für die weniger privilegierten und im Grunde ihres Herzens sind sie die geborenen Demokraten.

Die Sonne steht vom 19. Januar bis 19. Februar im Tierkreiszeichen Wassermann. Noch Winter zwar, aber die Tage werden wieder länger. Die Zeit der tiefen Dunkelheit ist vorbei und neuer Optimismus und Hoffnung keimen auf. Es ist kein Zufall dass die Fastnacht in die Wassermannzeit fällt. Der Narr ist ein geistreicher Spaßmacher von oft auffälligem Aussehen, der Gegenentwurf des gottgefälligen Menschen, nicht nur durch sein Verhalten, sondern auch sichtbar außerhalb der Norm. Er konfrontiert uns mit dem Unzumutbaren und spottet der Obrigkeit, die lieber schweigsame Lämmer als lautstarke Protestler zum Volk haben. Er spricht aus was viele sich nicht trauen und wird so zum Sprachrohr für die Menschen.      „Wenn der Wassermann erfasst, dass nicht nur der Geist, sondern auch die Gefühle, die Träume und der Körper des Menschen göttlich sind, kann er das werden, was er im Herzen ist: Visionär und Prophet, Diener und Helfer der Menschheit, im Kleinen wie im Großen.“ (aus „astrologische Charakterkunde“ v. Liz Greene)





Sternbilder und Tierkreiszeichen sind übrigens nicht identisch. Zwar tragen sie die gleichen Namen und teilen den für uns sichtbaren Himmel in jeweils 12 Kuchenstücke auf, beziehen sich jedoch auf unterschiedliche Ebenen. Die Sternbilder sind am Fixsternhimmel ausgerichtet und meinen eine Gruppe von sichtbaren Sternen, die zu einem Bild zusammengefasst werden, die unterschiedlich groß sind und von alters her zur Orientierung und zur Navigation dienten. Die Tierkreiszeichen dagegen beziehen sich auf die Ekliptik und beschreiben exakt 30° große Abschnitte, durch die sich die Sonne im Jahreslauf bewegt, von der Erde aus betrachtet!




Jupiter und Saturn in Konjunktion in Wassermann

Selten hat eine planetare Konstellation solche Aufmerksamkeit bekommen, wie die Konjunktion von Jupiter und Saturn, die derzeit im Wassermann stattfindet. Für die einen der Stern von Bethlehem als Verkünder einer neuen Epoche, für die anderen der Beginn des lang ersehnten Wassermannzeitalters, in dem Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit zum grundlegenden Motiv unseres Handelns werden.

Von alters her ist Saturn im Wassermann in seinem Tag-Domizil und kann dort positives bewirken. Saturn steht für Reife, im Luftzeichen Wassermann kommt Gelassenheit dazu. Welches Geschenk an die Menschheit wäre das, wenn es uns von nun an gelänge, Leistungsdruck und Wettbewerb in Gelassenheit zu verwandeln, auf reife und gelassene Art Unabhängigkeit zu leben und Neuerungen zu begegnen. Saturn im Wassermann kann Entwicklungen vorantreiben, die sich als sinnvoll erweisen, aber auch fixen Ideen und Utopien hinterher jagen, die sich längst überholt haben.

In der Idee der Erneuerung, Erweiterung und Entwicklung kann sich auch Jupiter wiederfinden, auch wenn er im Wassermannzeichen peregrin steht, fremd, nicht beheimatet ist und sich folglich nicht in seiner ganzen Jupitergröße entfalten kann. Er vermehrt und vergrößert das, was er vorfindet, in einem Luftzeichen die sozialen Interaktionen, die Kommunikation und der technische Fortschritt. "Liberté, Égalité, Fraternité" sind Narrative des Wassermannzeichens und Jupiter dem Sinnsuchenden, sicherlich willkommen. Diese große Konjunktion von Saturn und Jupiter rückt das individuelle Selbstbestimmungsrecht des Einzelnen in den Focus, schafft Bewusstsein für Menschenrechte ganz allgemein und strebt nach Überwindung alter Schranken und Klassenunterschiede. Sie konfrontiert den einzelnen jedoch auch mit den Themen Einsamkeit, sich-verlassen-fühlen oder ausgegrenzt-sein,  mit der Angst vor Unterlegenheit und gesellschaftlicher Ausgrenzung, wenn es nicht gelingt, sich anzupassen.

 Die Energien dieser Konjunktion kann im positiven Sinne genutzt werden, indem wir gleiche Rechte selbstverständlich allen Lebewesen auf dieser Erde zugestehen und für eine gerechte Verteilung der Ressourcen sorgen wenn die Freiheit des Einzelnen immer auch Verantwortung für das Ganze trägt – oder im negativen ausgelebt werden, indem einzelne Individuen sich gegen Verordnungen und Gesetze auflehnen, die dem Schutz der Allgemeinheit dienen.

Jupiter-Saturn im Wassermann tragen das Potential in sich, Entwicklungen voranzutreiben, ein Umdenken in die Wege zu leiten das auf Erfahrung basiert und stabiles, nachhaltiges Wachstum dort fördert, wo es gebraucht wird. Saturn, der weise Lehrer, kann jupiterhaftes Wachstum und Ausdehnung in die Schranke weisen und sinnloser Überproduktion ein Ende bereiten oder zumindest ein Bewusstsein dafür schaffen, wie gedankenlos wir mit den Ressourcen der Erde bisher umgegangen sind. Die Herausforderungen dieser Konjunktion werden nicht spurlos an uns vorbei gehen.

Saturn und Jupiter treffen sich alle 20 Jahre und beschreiben gesellschaftliche Phänomene, die zu einer anderen Weltsicht führen oder mit tiefgreifender Veränderungen einhergehen. Dieser 20-jährige Rhythmus findet in einem größeren Zyklus von 200 Jahren eine Entsprechung in den Elementen. In den letzten 200 Jahren fanden alle Konjunktionen von Jupiter und Saturn in den Erdzeichen statt. Von 12/80 bis 07/81 erlebten wir eine 3-fach Konjunktion im Luftzeichen Waage. Nach einer Rückkehr ins Zeichen Stier im Mai 2000 finden künftig alle Konjunktionen wieder in Luftzeichen statt. Wir erleben also gerade einen Paradigmenwechsel und stehen an der Schwelle zu einer neuen Zeit.

Im persönlichen Horoskop kann die „Wirkung“ dieser Konjunktion an der jeweiligen Hausstellung abgelesen werden. Sie beschreibt, welcher Bereich in unserem Leben davon betroffen ist. Die Aspekte zu den persönlichen Planeten beschreiben, wie wir diese Energie der Veränderungen erleben und wie sehr wir als Einzelne davon betroffen sind, bzw. davon profitieren können.




Steinbock-Zeit

Vom 22. Dezember bis 20. Januar durchläuft die Sonne das Tierkreiszeichen Steinbock. Sie beginnt dieses Tierkreiszeichen am tiefsten Punkt ihrer Bahn: der Wintersonnwende.

So steht der Steinbock im Zeichen der Lichtgeburt. „Ein neues Licht wird uns geboren, ein neues Kind wird uns geschenkt“ – wer kennt sie nicht, die Worte der Christenheit, die zu dieser Zeit die Geburt jenes Kindes feiert, das Licht der Welt werden soll. Aus der Tiefe beginnt der Aufstieg zur Höhe, aus dem Verborgenen steigt etwas Neues empor und neue Hoffnung wächst.

Auch dort wo christliche Symbole nicht mehr lebendig sind, kann man Reste alter Traditionen und Verhaltensweisen beobachten, die mit Rückbesinnung und Neuanfang zu tun haben. Während der Steinbockzeit schließt man das vergangene Jahr ab und macht Pläne für das Neue. Ein Bedürfnis nach Rückschau ist spürbar, nach Wärme, Licht und die Familien rücken enger zusammen.

Steinbockwetter: kalt, mit vielen Minustemperaturen, dunkel, das Leben ist anstrengend geworden. Man muss sich schützen vor Kälte, vor Dunkelheit, vor Unsicherheit. Die Wohnung sichern, die Pflanzen überwintern, die Wege auf Glatteis kontrollieren….

Man muss! Der Leitspruch vieler Steinbock-geborenen. Pflichtbewusstsein ist oberstes Gebot. Die Notwendigkeit zur Kontrolle, Überprüfung auf Fakten und die Orientierung am Machbaren geben Sicherheit. „Postfaktisch“ ist für Steinböcke unhaltbar. Der Weg aus der Dunkelheit verlangt Ausdauer, Kraft, Verlässlichkeit, Genügsamkeit und Durchhaltevermögen.

Der Steinbock lebt im Hochgebirge und sucht einsame, menschenleere Gegenden auf. Er lebt auf kahlen Klippen, in dünn bestandenen Wäldern und auf steilen Felsen. Er ist von großer Kraft und Ausdauer, braucht wenig Nahrung und kommt gut mit kargen Grasbeständen aus. Als geschickter Kletterer läuft er sicheren Trittes über steile und gefährliche Felsvorsprünge. Ein winziges Stück Unebenheit genügt ihm, um sicher an ihnen hochzuklettern.

Die Menschen, die in diesem Zeichen geboren werden, sind wesensverwandt mit diesen Qualitäten. Das kann sich, je nach individueller Veranlagung, auf vielfältige Weise ausdrücken: während den einen Genügsamkeit, Zuverlässigkeit und Ausdauer erstrebenswerte Lebensqualität sind, streben die anderen nach schwindelerregende Höhen oder sind geprägt von der waghalsigen Kunst des Springens und Kletterns,  sei es um die Einsamkeit zu genießen oder um sich einen weiten Aus-und Überblick zu verschaffen.

Steinbock-Geborene können sehr Beharrlich und Widerstandsfähig sein. Sie haben die Fähigkeit, einmal gesteckte Ziele durch unermüdliches Verfolgen und allen Widerständen zum Trotz, durchzusetzen. Sie müssen ihre Vorsätze in die Tat umsetzen, einfach weil es so sein muss. Sie wollen einer Aufgabe dienen, aber ihrer auch Herr werden. In hohem Maß bereit, Verantwortung zu tragen, geht es um die Befriedigung seines Wirkungsdranges, um Selbstachtung und um Anerkennung der eigenen Leistungen, mit denen sie auch in der Öffentlichkeit gesehen werden wollen.

        

Dabei bleibt das Gefühlsleben des Steinbocks gerne seine Privatangelegenheit. Die Weichheit und Gefühlsbetontheit seines Gegenpols Krebs mit seiner Sensibilität und Verletzlichkeit machen ihm Angst. Das Erleben auf der mehr seelischen Ebene gefährdet seine Unabhängigkeit und macht ihn angreifbar. Gefühle verpflichten, so bleibt er lieber auf der „korrekten“ Seite seinen Mitmenschen gegenüber, wobei er genaue Abmachungen schätzt und auch vor konkreten Verpflichtungen nicht zurück schreckt.

Traditionell wird dem Steinbock das Knie zugeordnet.

Zum Tierkreiszeichen Steinbock gehört Saturn.

 „Als die Zeit erfüllt war“… herrschte bei der Geburt des göttlichen Kindes nicht Fülle und Überfluss, sondern saturnische Kargheit, die Dunkelheit des Stalles und Ungeborgenheit. Saturn symbolisiert die Kraft der Konzentration auf das Wesentliche und zeigt uns den Weg aus tiefster Depression ans Licht.

 




Schütze-Zeit
Am  21.11.2020 um 21:43 Uhr wechselte die Sonne ins Tierkreiszeichen Schütze. Jetzt beginnt die dunkelste Jahreszeit im Jahr. Die Sonne nähert sich ihrem tiefsten Punkt. Wenn sie in das Tierkreiszeichen Steinbock Eintritt ist Wintersonnwende, die Geburt des neuen Lichts. Doch noch ist es nicht soweit. Während der ganzen Schützezeit regiert die Nacht, die Zeit in der wir ohne die Sonne auskommen müssen ist länger als die paar Stunden am Tag, in denen sie sich zeigt. Was uns trägt in dieser dunklen Jahreszeit ist die Vorfreude auf die Wiedergeburt des Lichts, das Wissen, dass nach dem baldigen Erreichen der Talsohle die Sonne wieder unaufhaltsam aufwärtssteigt, die Tage wieder länger werden und am 20.03. zu Frühlingsbeginn, der auch gleichzeitig der astrologische Jahresbeginn ist, die Fühlings - Tag- und Nachtgleiche erreicht ist.

Die Vorfreude auf das Licht – im Christentum auf das Weihnachtsfest, die Geburt Christi. In vorchristlicher Zeit wurde zur Sonnwende der Tag der unbesiegbaren Sonne gefeiert. Etwas von diesem Optimismus, von dieser Vorfreude tragen alle Schützegeborenen mit sich. Sie brauchen ein Ziel, das sie trägt, eine Hoffnung auf Künftiges. Sie schicken ihre Ideen wie Pfeile in die Welt und folgen ihnen. Dabei ist der Weg das Ziel. Sie lieben es unterwegs zu sein, zu was oder wohin auch immer, begleitet von Optimismus, Begeisterung und Offenheit. Schütze ist das dritte Feuerzeichen nach Widder und Löwe, ein bewegliches Zeichen, das der Flamme gleicht. Schütze-Geborene wollen brennen für etwas, an das sie glauben. Sie müssen einen Sinn erkennen, in dem was sie tun. Dabei sind sie wie alle Feuerzeichen aktiv, großzügig, heiter und lebensbejahend. Sie streben nach Weite und neuen Horizonten im übertragenen wie im konkreten Sinn. Details interessieren dabei wenig. Erweist sich der eine Weg als zu schwierig, zu steil, zu unüberwindbar, wird ein neuer gesucht, wobei auch das Ziel durchaus ein Neues sein kann. So kann es auch vorkommen dass das Nächstliegende übersehen oder zu schnell aufgegeben wird  Wer selbst sehr für etwas brennt, möchte das Feuer der Begeisterung weitergeben,  ansteckend wirken, dann fällt  schwer zu verstehen, dass andere sich von  Ideen, Einsichten oder Visionen weniger oder überhaupt nicht anstecken lassen, wie sehr auch versucht wird, zu missionieren. Doch bei aller Sinnsuche und ihrem Gespür für das Erhabene und Große heben Schütze-Geborene selten ab. Vielmehr orientieren sie sich an der unmittelbaren Lebenswelt und suchen auf materieller Ebene nach Erkenntnis.

Dem beweglichen Feuer ist auch der Funke zugeordnet, symbolisch der Funke, der überspringt, sich an einer Idee entzündet, einer Begeisterung entspringt, erwärmt, strahlen lässt. Schütze-Menschen lachen gerne, sind jovial, gerne in Bewegung und an der frischen Luft. Sie können sich auf alles Mögliche einlassen weil sie neugierig sind auf die Welt und die Menschen. Ihre Reiselust führt sie in ferne Länder und zu fremden Kulturen, wo sie neue Einsichten und Eindrücke gewinnen, die sie mit nach Hause nehmen. Schütze-Menschen brauchen eine Aufgabe im Leben. Routinekram langweilt sehr schnell. Am besten sind sie dort, wo sie ihre Einfälle spontan in die Realität umsetzen können. Sie können zur Besserwisserei neigen, auch zur Großspurigkeit oder Verschwendungssucht, aber sie sind immer Menschenfreund und Kamerad.

Schütze ist ein männliches, aktives Feuerzeichen, heiß und trocken, Jupiter ist sein Regent, Merkur im Schütze in Fall. Auf der körperlichen Ebene sind ihm die Hüfte und Oberschenkel zugeordnet.

 Das Schütze-Zeichen wird oft als Zentaur abgebildet, halb Mensch halb Pferd. Symbolisch stellen sie die Verbindung her zwischen Geist und Materie, beschreiben die Dualität zwischen instinktiven und geistigen Bedürfnissen, die in uns angelegt sind.




Merkur und Mars rückläufig

Seit 15. Oktober ist Merkur rückläufig, Mars trat schon am 10. September seinen Rückweg an.

Die Rückläufigkeit (Rx) der Planeten ist ein rein irdisches Geschehen genauso wie wir die Erdrotation als Tag und Nacht wahrnehmen und die Drehung der Erde um die Sonne als Jahreszeiten erleben. Bedingt durch Schwankungen in der Rotation scheinen die Planeten von Zeit zu Zeit still zu stehen um dann ihre Laufrichtung zu wechseln. Und klar stellt sich die Frage was dieser Richtungswechsel für uns zu bedeuten hat.

Hier scheiden sich die Geister. In der westlichen Astrologie wurden Richtungswechsel der Planeten schon immer als eher bedrohlich betrachtet. Ein rückläufiger Planet bringt nichts zustande und wenn, dann das Unerwünschte. Merkur rückläufig verhindert wohlfeile Verträge, sorgt für Missverständnisse in der Kommunikation oder verhindert, das A und B zusammenkommen. Er sorgt für Missverständnisse, boykottiert analoge und digitale Kommunikationswege – kurz: Kommunikation, Schriftstücke, Verträge und Absprachen sind störanfällig.

Mars Rx wiederum bremst uns aus, wo wir vorwärts gehen sollten, verhindert Projekte, boykottiert Vorhaben, fordert größeren Kraftaufwand als üblich um etwas zustande zu bringen, macht unberechenbar, aggressiv und ungeduldig.

Die vedische Astrologie sieht dagegen im Richtungswechsel der Planten Positives und begründet dies mit ihrer jeweiligen Erdnähe. Ein rückläufiger Planet bringt die Energie vom Himmel auf die Erde und kann so ungehindert wirken.

Wie immer es begründet werden mag, Fakt ist, rückwärts laufende Planeten machen sich bemerkbar, allerdings in unterschiedlicher Gewichtung für den Einzelnen. Ob und wie wir diese Energien spüren, hängt vom eigenen Horoskop ab. Ein rückläufiger Planet, der keinerlei Verbindung zum persönlichen Horoskop hat, kann dort auch nirgends andocken und so eine Reaktion hervorrufen. 

Wer selbst ein rückläufiger Mars oder Merkur im Horoskop hat erlebt sie vielleicht als nach innen gerichtete Kraft und in Zusammenhang mit bestimmten Entwicklungsthemen. Merkur Rx wird in dieser Lesart interpretiert als eine Zeit, in der wir das Alte überdenken, bevor wir Neues beginnen, wo es darum geht, Innenschau zu halten statt Smalltalk und reflektierend aufarbeiten, was in der Hektik des Alltags liegenblieb.

Die Entwicklungsthemen eines rückläufigen Mars fordern uns auf, die Zeit zu nutzen, über Durchsetzung und Egoismus nachzudenken, der unterschwellig brodelnde Wut endlich Aufmerksamkeit zu schenken oder akzeptieren zu lernen, dass wir uns vergeblich die Zähne an einer Sache ausbeißen. So nutzen wir die Marsenergie positiv im Sinne einer inneren Selbstentwicklung oder negativ, indem wir den Kopf in den Sand stecken, die Flinte ins Korn werfen, uns von der Welt bedroht und gänzlich machtlos und ausgebremst fühlen.


Merkur läuft derzeit rückwärts durch den Skorpion und wechselt am 29.10. in die Waage. Menschen, die in ihrem Horoskop markante Punkte zwischen 25° Waage und 11° Skorpion haben oder im Aspekt dazu, könnten sich derzeit mit Fragen nach dem Wahrheitsgehalt von Informationen beschäftigen oder selbst in verbalen Schlagabtausch geraten. Ihr Verstand und ihre Wahrnehmung könnten auch dahingehend geschärft sein, dass sie plötzlich erkennen, was hinter einer Botschaft steckt oder durchschauen was bisher im Dunkeln lag. Man könnte in Intrigen versponnen oder durch Worte verletzt werden, das Gefühl haben nicht verstanden zu werden oder zutiefst heilende Worte finden.

Mars kam am 10. September zum Stillstand in seinem eigenen Domizil und geht seither rückwärts von 28° bis 15° Widder. Auch hier sind persönliche Berührungspunkte im eigenen Horoskop Voraussetzung dafür, mit Energien konfrontiert zu werden, die Mut, Konkurrenz, Willkür oder Rücksichtnahme bzw. Rücksichtslosigkeit zum Inhalt haben. Vielleicht möchten Sie ja mit dem Kopf durch die Wand, sind ungewohnt ungeduldig, mehr risikobereit oder fühlen sich herausgefordert? Wie gut sind Ihre Marsenergien wie Entschlusskraft, Aggression und Spontanität im eigenen Horoskop entwickelt?  

Wie zeigen sich diese derzeit rückläufigen Energien in Ihrem eigenen Horoskop? In welchem Lebensbereich kommen sie zum Tragen? Worauf gilt es besonders zu achten und wie kann ich diese Energien gewinnbringend nutzen?

In einem Beratungsgespräch können wir das persönliche Energiefeld von Merkur und/oder Mars im persönlichen Horoskop gemeinsam betrachten umso den Herausforderungen eines Götterboten wie Merkur oder eines Kriegsgottes wie Mars reflektiert zu begegnen.